In Zeiten, wo man einmal jährlich das Geschlecht wechseln kann, muss es auch möglich sein, das Programm zu ändern. Weil früher doch sowieso alles besser war. Da waren die Renten noch sicher, und wer im Sommer mit Skistöcken durch den Stadtpark strolchte, den holte der Klapsdoktor. Und heute? Wo ist denn noch drin, was draufsteht? Die Ver-packungen werden bunter, aber der Inhalt schrumpft. Aber nicht in diesem Programm. Mit seinem Getu und Gemach drückt der Richter kleine gemeine Stachel ins weiche Fleisch des amüsierwilligen Publikums.
Älterwerden ist nicht schwer – alt zu sein dagegen sehr. So sagte einst ein kluger Mensch. Wenn morgens der Wecker nicht mehr schrillt und wenn man abends die Knie einreiben muss – kurz gesagt, wenn das Alter zuschlägt, kann man auch zurückschlagen. Doch nicht alles ist immer lustig, was der Herr Richter da erzählt. Denn auch für ihn hält das Leben nicht nur süße Schnapskirschen bereit. Sich über andere lustig machen, gehört sich nicht. Aber er macht es trotzdem. Dabei orientiert er sich in der Blüte seines Mittelalters am Beispiel eines Camemberts – Je reifer, desto besser. Warum macht man Synchronschwimmen ganz allein? Und warum fühlt sich das Leben manchmal genauso an?
Auf der Bühne solo, aber nicht allein: Ralph Richter
Was man ernst meint, sagt man am besten im Spaß.
Wilhelm Busch
An guten Tagen ist unser Lachen echt.