STADT, RAND, KINO. Der Film der Weimarer Republik fahrt ins Blaue.
1929, im selben Jahr. In dem der Film MENSCHEN AM SONNTAG Berliner Schaupltze in der Innenstadt und am Stadtrand in Szene setzt, wird die U-Bahnlinie vom Thielplatz bis Krumme Lanke verlngert. Die Waldsiedlung hat ihre eigene U-Bahnstation -Onkel-Toms-Hutte-. Zwei Jahre spater, konnen die dort Ankommenden in der von Otto Salvisberg parallel zu den Gleisen angelegten 'Ladenstrasse' einkaufen.
Und ab 1934 ins Kino gehen: Der Kino-Architekt Heinrich Moller hatte fur den Berliner Kino-Betreiber Fritz Staar das elegante Lichtspieltheater "Onkel-Tom-Kino" mit 700 Platzen gebaut. 1929 ist der Film das moderne Unterhaltungsmedium schlechthin. Ihre Freizeit verbringen die grossstadtischen Angestellten im Kino oder im Gruenen. Und so zeigen die zeitgenossischen Berlin-Filme nicht nur die realistischen Seiten der krisengeschuttelten Grossstadt, sondern die glucksversprechenden Fluchten in die Natur an den Stadtrandern.
EINFÜHRUNG:
Heike Klapdor (Literatur- und Filmwissenschaftlerin)
INS BLAUE HINEIN! (1929/1930)
Eugen Schufftan (Regie) | Herbert Rona (Buch) | Laszlo Schafer (Kamera) | Mit Theo Lingen, Tony van Eck, Aribert Mog, Carl Ballhaus (35 Min.)
MENSCHEN AM SONNTAG (1930)
Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer (Regie) | Billie Wilder (Buch) | Eugen Schufftan, Fred Zinnemann (Kamera) | Moriz Seeler (Produktion) | Mit Erwin Splettstosser, Brigitte Borchert, Wolfgang von Waltershausen, Christl Ehlers, Annie Schreyer (74 Min.)