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Écoute, Leipzig! Ein Dialog traditioneller jüdischer Liturgie aus Straßburg und Leipzig
mit Landesrabbiner Zsolt Balla und Straßburger Synagogalchor Le Chant Sacré
Nussach, der spezifische musikalische Vortragsstil eines Gebetsgottesdienstes, hat eine jahrhundertealte Tradition in Europa. Die Nussachmelodien nähern sich der ursprünglichen Tempelmusik an und sind vor allem im traditionell durchgeführten Gottesdienst heute nicht mehr wegzudenken. In der Vergangenheit gab es verschiedene kantorale Gesänge, vor allem in Osteuropa, aber auch in den deutschen Gemeinden, die teilweise vergessen sind. Gemeinsam hauchen der Straßburger Synagogalchor Le Chant Sacré und das Institut für traditionelle jüdische Liturgie (ITJL) Leipzig diesen alten Melodien neues Leben ein und treten dabei gleichzeitig in einen deutsch-französischen Dialog.
Le Chant Sacré ist ein 1951 gegründeter Männerchor aus rund zwanzig leidenschaftlichen Sängern unterschiedlichen Alters. Sein Repertoire umfasst jüdisch-aschkenasische Liturgie des 19. Jahrhunderts sowie auch Ladino-Melodien, Gesänge aus Mitteleuropa oder moderne, orientalische oder chassidische Kompositionen. Der Chor ist einer der letzten Synagogenchöre Europas und gestaltet einen Großteil der Shabbatgottesdienste in der großen Synagogue de la Paix in Straßburg sowie Feste, Hochzeiten und Zeremonien. Somit leistet der Chor einen bedeutenden Beitrag zur Erhaltung der jüdisch-aschkenasischen und elsässischen Liturgie.
Das ITJL Leipzig wurde 2013 als einzige traditionelle Liturgie-Lehrstätte Deutschlands am Rabbinerseminar zu Berlin gegründet. Es bildet Ba’alej Tefillah (Vorbeter) und Hazzanim (Kantoren) aus und schließt damit eine Lücke der Ausbildung in Deutschland. Dass es sich in Leipzig befindet, ist kein Zufall, hat Musik hier doch eine lange Tradition und berühmte Kantoren wie Nahum Wilkomirsky waren hier zuhause. Das Institut wird geleitet vom sächsischen Landesrabbiner Zsolt Balla und dem Kantor Joseph Malovany (Kantor der Fifth Avenue Synagoge und Professor für Liturgische Musik an der Belz School of Jewish Music der Yeshiva University in New York), die auch beide unterrichten.
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