Der ermäßigte Ticketpreis gilt für Schüler, Studierende, Auszubildende, FSJler/BFDler (bis 27 Jahre), Empfänger von Bürgergeld und Schwerbehinderte ab GdB 80
Rollstuhlfahrer und Schwerbehinderte mit Begleitung nur über die Hotline buchbar.
E. T. A. Hoffmann ist ein ebenso scharfzüngiger wie prägender Musikkritik seiner Zeit. Dabei brennt er vor allem für die Musik Beethovens. Sein Klaviertrio op. 70,1 – das später wegen seiner geisterhaften Tremoloeffekten und überraschenden dynamischen Wendungen von Carl Czerny den Beinamen Geistertrio erhält, weiß er in einem ausführlichen Artikel in der Allgemeinen musikalischen Zeitung zu würdigen und schwärmt: (…) in diesem künstlichen Bau wechseln in rastlosem Fluge die wunderbarsten Bilder, in denen Freude und Schmerz, Wehmut und Wonne neben- und ineinander hervortreten. Seltsame Gestalten beginnen einen lustigen Tanz, indem sie bald zu einem Lichtpunkt verschweben, bald funkelnd und blitzend auseinanderfahren, und sich in mannigfachen Gruppen jagen und verfolgen; und mitten in diesem aufgeschlossenen Geisterreiche horcht die entzückte Seele der unbekannten Sprache zu, und versteht alle die geheimsten Ahnungen, von denen sie ergriffen.
Fast zeitgleich komponiert Hoffmann sein eigenes Grand Trio, in das er all seinen kontrapunktischen Erfindungsreichtum aber auch eine ordentliche Portion Melancholie legt. Kein Wunder, gerade erst hatte er nur wenige Monate nach seiner Berufung die Stelle als Musikdirektor am Bamberger Theater verloren.
30 Jahre später gelingt Robert Schumann mit seinem op. 40 ein Meisterwerk, das für eine ganze Generation von Komponisten zum Inbegriff romantischer Kammermusik schlechthin wird. Am 8. Januar 1843 erlebt das Leipziger Gewandhaus eine der denkwürdigsten Uraufführungen seiner Geschichte: Schumanns Klavierquintett Es-Dur wird aus der Taufe gehoben. Seine Frau Clara sitzt am Klavier, der Konzertmeister des Gewandhausorchesters, Ferdinand David, leitet das mitspielende Streichquartett. Es ist das erste Kammermusikwerk mit Klavier, das Schumann öffentlich vorstellt, und das erste, das er veröffentlicht. Ein Meilenstein in der Musikgeschichte und auch ein Meilenstein für das auf Kammermusik des 18. und 19. Jahrhunderts spezialisierte Originalklang-Ensemble Tamuz aus Berlin.
Konzert mit Pause. Ende gegen 20:45 Uhr.
Programm
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio D-Dur, op. 70,1 „Geistertrio“
E.T.A. Hoffmann (1776-1822)
Grand Trio E-Dur
Robert Schumann (1810-1856)
Klavierquintett Es-Dur, op. 44
Ausführende
ENSEMBLE TAMUZ (auf historischen Instrumenten)
Hed Yaron Meyerson und Diego Castelli – Violine
Avishai Chameides – Viola
Constance Ricard – Violoncello
Gilad Katznelson – Historischer Flügel