„Chabos wissen, wer der Babo ist" – wer kennt diesen Satz nicht? Mit dem gleichnamigen Song wird Haftbefehl vom jungen Publikum gefeiert und in den Deutschrap-Olymp katapultiert. Doch nicht nur das: Die Bezeichnung "Babo" wurde 2013 sogar zum Jugendwort des Jahres gewählt.
Von 0 auf 100 – das ist sein Motto. Aber sein Weg zur Spitze war turbulent. Haftbefehl, der mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan heißt, wuchs als Sohn türkisch-kurdischer Eltern in Offenbach am Main auf. Schon früh rutschte er ins kleinkriminelle Milieu ab, brach mit 14 Jahren die Schule ab und wurde zu Jugendarrest verurteilt.
Später wurde er wegen Drogenhandels per Haftbefehl gesucht, floh aber vor der deutschen Justiz und setzte sich in die Türkei ab. Diese Erlebnisse machten ihn zu dem Künstler, der er heute ist und geben ihm seinen Künstlernamen: Haftbefehl.
Haftbefehl beweist Ehrgeiz und Talent: Fünf von sechs Alben schafften es in die Top 10 der deutschen Albumcharts. Nachdem er bei einem der größten Musiklabels „Universal Music" unter Vertrag stand, feierte er 2014 seinen Durchbruch mit dem Album „Russisch Roulette". Schließlich eroberte er gemeinsam mit dem Rapper Xatar die Charts mit dem Nummer-eins-Album „Der Holland Job".
Eine erfolgreiche Zusammenarbeit jagt die nächste: Ob Sido, Jan Delay, Kollegah, Motrip oder Shirin David, die Liste ist lang. Seine düsteren Lyrics drehen sich rund um das Leben als Kleinkrimineller, die Diskriminierung von Migranten*innen in Deutschland und Probleme in sozial schwachen Bezirken. Seine Fans lieben „Hafti" für seinen authentischen „in dein Gesicht"-Rap-Stil. Eine Mischung aus US-amerikanischem Gangster-Rap, Mafia-Rhetorik und markantem Akzent machen Haftbefehl zur Deutschrap-Ikone.
Kräftige Beats, dunkler Bass, ehrliche Lines – das ist Haftbefehl. Er begeistert auf seinen Konzerten mit seiner eigenständigen und humorvollen Art und bleibt dabei stets glaubwürdig.