Eigensinn kann eine Tugend sein, das beweisen die drei Komponistinnen dieses Programms. Louise Farrenc wurde als erste Frau Professorin am Pariser Konservatorium und bestand darauf, genauso bezahlt zu werden wie ihre männlichen Kollegen. Clara Schumann behauptete sich als gefeierte Pianistin in einer Welt, die Frauen am Komponistenpult wenig zutraute. Und Fanny Mendelssohn Hensel komponierte über Jahrzehnte, obwohl ihre Familie die Musik für sie nur als private Beschäftigung vorgesehen hatte.
Wie sehr sich das gelohnt hat, zeigen Farrencs virtuoses Trio für Flöte, Violoncello und Klavier, Clara Schumanns innige Drei Romanzen op. 22 und Fanny Hensels leidenschaftliches Trio d-Moll op. 11. Eröffnet wird der Nachmittag von Francis Poulenc, dessen Flötensonate mit ihrer Mischung aus Melancholie und Übermut längst zu den Lieblingen des Repertoires zählt. Ein Konzert zwischen Seine und Spree, voller Charakter und Charme.
Besetzung:
Andrea Kollé, Flöte
Joachim Müller-Crépon, Violoncello
Alexander Boeschoten, Klavier