Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
OST (UA)
von Wolfram Höll
Regie: Thirza Bruncken
Wolfram Hölls Schreiben zeichnet sich durch präzise Rhythmik und eine feine Konturierung seiner Geschichten aus. In diesem Stil legt er mit „OST“ einen kaleidoskopischen Theatertext vor. Seine Szenen verorten sich zwischen der Ukraine, Polen, der DDR und dem heutigen Osten Deutschlands. Über einen zeitlichen Bogen von 1933 bis ins Jahr 2025 legen die verschiedenen Zeitebenen historische Momentaufnahmen frei, denen — zum Teil biographisches — Archivmaterial zugrunde liegt. Die Poesie der Sprache behauptet sich hier in einem produktiven Kontrast zum brutalen Geschehen, von dem sie erzählt. Im Zentrum steht die Frage, wie sich solche historischen Erfahrungen fortschreiben?—?nicht nur in politischen Strukturen, sondern in Biographien, Familien und Erinnerungen.