Bevor Niels Frevert sich eine Karriere als Solokünstler aufbaute, stand er bereits als Frontman der Hamburger Band Nationalgalerie auf der Bühne. Zwischen 1991 und 1995 veröffentlichten sie vier erfolgreiche Alben. Zu aller Überraschung schaffte es ihr Song „Evelin“ aus dem Album „Indiana“ sogar mit Musikvideo auf dem Sender MTV abgespielt zu werden – ein echter Einzelfall zu einer Zeit, in der deutschsprachige Musik eine Rarität auf dem britischen Sender war.
Doch der Erfolg sollte nicht lange halten: Nur ein Jahr später löste sich die Nationalgalerie auf. Anstatt sich unterkriegen zu lassen, entschied sich Frevert dazu als Solokünstler weiterzumachen. Sein erstes Album „Niels Frevert“ erschien 1997 – trotz guter Kritiken blieb der große Erfolg aus. Sechs Jahre später folgten sein zweites Album „Seltsam öffne mich“ und die ersten Liveauftritte.
Niels Frevert beschloss, sich für sein drittes Album musikalisch zu verändern: Zwar blieben die Texte geprägt von Alltagspoesie, doch wurden sie fortan von akustischen Melodien hinterlegt. Die Veränderung brachte den Durchbruch – das Magazin Spex wählte das Album zu einem der „50 wichtigsten Alben“ des Jahres 2008. 2009 erhielt Frevert den Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie Komposition. Seine vier nächsten Alben „Zettel auf dem Boden“, „Paradies der gefälschten Dinge“, „Putzlicht“ und „Pseudopoesie“ schafften es alle in die deutschen Album-Charts.
Seine Musik entwickelte sich über die Jahre immer weiter: Das Piano, der Bass, das Schlagzeug und die Gitarre stellen die Grundlage der Melodien dar, jedoch entfernt sich Frevert mit seinem orchestralen Pop und Deutsch-Pop immer weiter vom anfänglichen Rock. Aber egal welches Genre – mit seinen deutschsprachigen Texten überzeugt er immer mit lyrischem Können und Geschichten aus dem Leben.