Kula Shaker kündigen Deutschlandtour für Frühjahr 2027 an
Kula Shaker haben schon immer ihre eigenen Spielregeln geschrieben: Wenn sich eine Hammondorgel in die Höhe schraubt und die Gitarren flirren, wird aus einem Rocksong plötzlich ein Mantra. Die britische Band um Sänger und Gitarrist Crispian Mills verbindet psychedelischen Rock mit indischen Soundeinflüssen und einem untrüglichen Gespür für Melodien. Benannt nach einem indischen Heiligen und Poet aus dem neunten Jahrhundert, hat die Band ihren unverwechselbaren Klang mit ihrem besonderen Kosmos verwoben.
Als der Britpop Mitte der Neunziger seinen Höhepunkt erreichte, fielen Kula Shaker mit Sanskrit und Sitar-Klängen gehörig aus dem Rahmen. Ihr Debütalbum „K“ stieg 1996 direkt auf Platz eins der britischen Charts ein, mit Songs wie „Tattva“ und „Govinda“, die ihre spirituelle Abenteuerlust radiotauglich machten. Kurzum lud Noel Gallagher sie sogar zum legendären Oasis-Konzert in Knebworth ein. Mit ihrer Version von „Hush“ landete die Band einen weiteren Hit und kurz danach folgte ihr Opus „Peasants, Pigs & Astronauts“ zur Jahrtausendwende, bevor der Erfolgsdruck sie schließlich auseinandertrieb.
Doch diese Geschichte war – und ist – längst nicht auserzählt. Die Rückkehr von Hammondorganist Jay Darlington brachte die Originalbesetzung wieder zusammen und setzte neue Energie frei. Nach „Natural Magick“ (2024) folgte Anfang 2026 das achte Studioalbum „Wormslayer“. Darauf fächern Kula Shaker mit schillernden Gesangsharmonien, Folk-Momenten und einer Lust am großen musikalischen Drama ihren Sound weiter auf. So trifft auf „Little Darling“ dunkles Crooning auf eine Atmosphäre zwischen Roy Orbison und The Doors, während der Titeltrack mit wuchtigem Mantra-Metal überrascht. „Good Money“, „The Winged Boy“ und „Shaunie“ bilden wiederum eine kleine psychedelische Oper: Im Mittelpunkt steht ein Junge, dem Flügel wachsen. Was für die einen ein Wunder ist, wird für andere zur Gelegenheit, Geld zu verdienen. Mills verknüpft fantastische Bilder mit Fragen nach Wahrnehmung, Glauben und den Entscheidungen, die unser Leben prägen.
„In erster Linie sind wir eine Liveband“, betont Bassist Alonza Bevan. Entsprechend wurde auch „Wormslayer“ überwiegend live eingespielt. Im Frühjahr 2027 kehren Kula Shaker nun nach Deutschland zurück, mit Stopps in Köln, Frankfurt und Berlin. Dort finden Fans der ersten Stunde und Neugierige zusammen, angezogen von ausufernden Orgelläufen, treibenden Rhythmen und Songs, die zum gemeinsamen Abheben einladen. Die drei Konzerte versprechen die Begegnung mit einer Band, deren Spielfreude noch lange nicht gestillt ist.