Eine deutsch-russische Begegnung über die Geschichte hinweg
Die 872 Tage dauernde Blockade Leningrads durch die deutsche Wehrmacht 1941-44 ist angesichts vieler weiterer Kriegsverbrechen wenig in unseren Köpfen präsent.
Das Tagebuch des 16-jährigen Jura Rjabinkin ist hingegen überliefert: Ein erschütterndes Zeugnis davon, wie die hungernde Bevölkerung litt.
Der vielfach ausgezeichnete Schauspieler Edgar Selge, der im Alter von 73 Jahren mit dem Roman „Hast du uns endlich gefunden“ (2021) ein fulminantes Debüt als Schriftsteller gegeben hat, spürt diesem Jura nach.
Er erfindet einen Erzähler, der beim Lesen des Tagebuchs dem verhungerten Jugendlichen immer näher kommt. Zwischen den beiden entspinnt sich ein Austausch über Jugend, Träume, Literatur, Mütter, Gewalt, Fremdheit und Nähe, sie geben einander ihre persönlichsten Geschichten preis. Moderation: Katharina Erlenwein.