Er macht Musik, die eine Message hat: Prinz Pi nutzt seine Stimme und rappt über das, was ihn gerade bewegt. Nicht selten legt er seinen Finger in die Wunden der Gesellschaft, kritisiert das System und scheut dabei nicht die Reflexion seiner selbst. Ist das noch Rap oder schon Poesie?
Prinz Pi wuchs als Friedrich Kautz in West-Berlin auf. Als Jugendlicher brach er aus der bürgerlichen Vorstadtidylle Zehlendorfs aus und stürzte sich Abend für Abend in die innerstädtische Graffiti-Szene. Er war auf der Suche, erforschte die neuen Ostberliner Ecken, bis die Rap-Musik schließlich ihn fand. Nachdem er sich in der Graffiti-Szene als Prinz Porno einen Namen gemacht hatte, begann er Songs zu schreiben. Unter dem Namen Prinz Porno legte er los in der deutschen Hip-Hop-Szene, mit seinem Track „Keine Liebe” (1998) wurde er auch in Berliner Rap-Szene ein Name. Kautz fand seine Sprache und passte mit seinen Texten doch nicht richtig rein in das Schema der üblichen Hip-Hop-Themen.
2004 gab Prinz Pi seinen vorläufigen Austritt aus dem Rap-Business bekannt, doch nur ein Jahr später erschien er mit seinem Mixtape „Guess Who’s Back” zurück auf der deutschen Hip-Hop-Bühne. Mit dem Album „!DonnerwetteR!” gelang ihm sein erster kommerzieller Erfolg. Seine späteren Alben „Kompass ohne Norden” (2013), „pp=mc²“ (2015) und „Im Westen nix Neues” (2016) landeten alle auf Platz eins der deutschen Album-Charts, für „Kompass ohne Norden” gab es sogar Gold. Die Single „1,40m” eine Zusammenarbeit mit Phillip Dittberner, wird seine erfolgreichste Veröffentlichung (Stand 2020) und erreichte mit 200.000 verkauften Einheiten ebenfalls eine goldene Schallplatte.
Prinz Pi hat seinen Stil gefunden: Er hinterfragt die Gesellschaft und sich selbst, rappt über Liebe und deren Scheitern, Tod und Freundschaft. Hat er früher in keine Nische gepasst, braucht er das heute nicht mehr, denn er hat seine eigene gefunden.