F wie Familie: Geschwister - zwischen Loyalität und Rivalität

Dienstag 26 Apr 2022 19:00
studio dumont
Eingang über Breite Straße 72
50667 Köln

Veranstaltungsinfos

„Ich bin so geworden, wie ich bin, weil ich nicht werden wollte wie du!", lässt Thomas Mann in den „Buddenbrooks" Thomas an seinen Bruder Christian schreiben. Geschwister sucht man sich nicht aus – man hat sie und muss mitten unter ihnen seinen Platz im System finden. Geschwisterbeziehungen sind in der Regel die längsten und oft auch intimsten Beziehungen, die wir haben. Sie sind oft von größter Nähe, Intimität, Vertrautheit, aber auch von Ablehnung, Rivalität und Eifersucht geprägt. Es gibt wenige, die so von unseren Schwächen wissen, sie ausnutzen können, die uns bloßstellen, ertappen, in die Defensive drängen. Geschwister haben bedeutet vielleicht vor allem die Fähigkeit, Ambivalenzen auszuhalten: Geschwister können Gefährten und Freunde sein. Sie können gemeinsam gegen die Eltern kämpfen und gleichzeitig den anderen verraten. Sie stehen füreinander ein und grenzen sich ab. Sie sind verbunden und verstoßen sich in dem Moment, wo ein Außenstehender in ihr System eindringt. Was ist das Besondere an Geschwisterbeziehungen