Der charmante Brite Sir Simon Rattle wuchs in Liverpool auf und fing mit gerade einmal 16 Jahren ein Studium an der Royal Academy of Music an, mit dem Fokus auf Klavier, Orchesterleitung und Schlagzeug. Das Wunderkind schloss 1974 das Studium erfolgreich ab und gewann noch im selben Jahr seinen ersten Preis des internationalen John-Player Dirigentenwettbewerb. Danach wurde seine Karriere schlagartig nach vorne getrieben, denn er wurde für drei Jahre als Assistenzdirigent im Bournemouth Sinfonietta und im Bournemouth Smyphony Orchestra verpflichtet – der Hauptpreis des Wettbewerbs. Das Multitalent bewies Ausdauer und Willensstärke in dem er neben seiner Anstellung gleichzeitig sein Masterstudium beendete. Mit nur 25 übernahm er die Leitung des City of Birmingham Symphony Orchestras und führte es in eine neue Richtung. Danach folgte er einer Berufung nach Berlin. Insgesamt verbrachte Simon Rattle 16 Jahre bei den Berliner Philharmonikern als Chefdirigent und gab seinen Posten 2018 an Kirill Petrenko ab. Seine Leistungen wurden mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen gewürdigt. Ihm gebührte bereits 1987 die Ehre, in den Order of the British Empire aufgenommen zu werden. Als wäre das nicht schon unfassbar genug, wurde er 1994 von Queen Elisabeth II. in den Adelsstand erhoben als Knight Bachelor. In Deutschland wurde ihm 2009 der Verdienstorden der Bundesrepublik 1. Klasse verliehen.
Rattle trägt auch seinen Teil zur Realisierung diverser Filmmusiken bei. Darunter die musikalische Untermalung der Film-Adaption von Patrick Süskinds Roman „Das Parfum” mit den Berliner Philharmonikern. Des Weiteren liegt dem sympathischen Briten der musikalische Nachwuchs am Herzen. Jedes Jahr arbeitet Simon Rattle mit einem Berliner Jugendorchester zusammen und gibt seinen Schülern dabei exklusive Einblicke in die Arbeit eines Dirigenten. Während seiner Zeit als Chefdirigent in Berlin unterstützte er zahlreiche Projekte und konzipierte Programme wie das Education Programm „Zukunft@Bphil” . Daran waren 250 Berliner Kinder und Jugendliche aus 25 unterschiedlichen Nationen beteiligt, die, mithilfe eines Choreografen zu den Klängen von Strawinskis „Sacre du Printemps” tanzten. Begleitet wurde das Projekt von den Berliner Philharmonikern. Dass das spannende Projekt hervorragende Leistungen und Ideen hervorbrachte, wurde auf Film festgehalten, während der Berlinale gezeigt und mit diversen Preisen ausgezeichnet.
Sir Simon Rattle ist ein absolutes Ausnahmetalent und schafft es als Dirigent mit viel Liebe, sein Publikum regelmäßig mit großartigen Darbietungen zu verzaubern und an seiner Leidenschaft teilhaben zu lassen.