Mit ihrer Geräuschmusik treffen Einstürzende Neubauten in den 80er-Jahren den Zeitgeist und werden zu wichtigen kulturellen Botschaftern. Ihre Musik sorgt immer für neue Überraschungen – denn jedes Album hält ein spannendes, einzigartiges Klangerlebnis für die Zuhörer bereit. Die ganz spezielle Geräuschästhetik verschafft ihnen Auftritte bei der Biennale in Paris und auf der Documenta in Kassel – so beginnt die Kollaboration mit der bürgerlichen Kunstszene.
Die Einstürzende Neubauten wurden 1980 von Blixa Bargeld, N. U. Unruh, Gudrun Gut und Beate Bartel gegründet. Der experimentelle Musikstil hob sie stark von der Masse ab – stilistisch kann man ihre Songs nicht in eine Schublade packen. Mit unzähligen Auftritten auf Theaterbühnen und ihrer eindrucksvollen Interpretation bekannter Songs wurden sie zu Lieblingen der Feuilletonisten
1983 komplettieren Gitarrist Alexander Hacke und Bassist Mark Chung die Band. In dieser Besetzung spielten sie zehn Jahre erfolgreich zusammen und bewegten sich weg von spontanen Geräuschimprovisationen zu durchdachten Klängen und kryptischen Texten. 1996 erschien das Album „Tabula Rasa". Damit schlagen sie ruhigere Töne ein – weg vom Post-Industrial-Umfeld. Dies ist die letzte gemeinsame Platte mit FM Einheit und Mark Chung. Die Urgesteine der Band wurden durch Jochen Arbeit und Rudi Moser abgelöst.
Die Idee, Supporter-Projekte ins Leben zu rufen, wuchs bei der Band. Mit den Projekten „Phasen II und III" sowie dem „Musterhaus-Projekt" gewannen sie neue Unterstützer dazu. Ihre treuen Fans erhielten gegen Bezahlung exklusive Aufnahmen der Band und konnten beim Schaffensprozess des Albums mitwirken. Sie brennen vor Ideen: Auch für ihr Album „Alles Wieder Offen" (2007) versuchten sie Supporter auf der ganzen Welt zu motivieren, ihr Album zu kaufen und noch dazu zu vermarkten. Mit ihrem Album „Alles in Allem" (2020) blickte die Band schon auf 40 Jahre Musikkarriere zurück. Eine Zeit, in der Einstürzende Neubauten viel erlebt haben und sich mit ihrer Musik immer wieder neu erfinden konnten.