Felix Mendelssohn Bartholdy - Paulus

28. Festival Alte Musik Knechtsteden - Harvestehuder Kammerchor
Sonntag 29 Sep 2019 20:00
Klosterbasilika Knechtsteden
Winand-Kayser-Straße / Ecke Klosterstraße
41540 Dormagen

Veranstaltungsinfos

Felix Mendelssohn Bartholdy
Paulus
Oratorium nach Worten der Heiligen Schrift für Soli, Chor und Orchester

Ausführende:

Veronika Winter - Sopran
Markus Schäfer - Tenor
Matthias Vieweg - Bass
Harvestehuder Kammerchor (Edzard Burchards)
Das Kleine Konzert
Hermann Max - Leitung

19 Uhr Einführungsgespräch in der Klosterbibliothek
Dr. Armin Koch, Edzard Burchards, Hermann Max
Katrin Weller - Moderation

Typisch ist für den visionsfreudigen Mendelssohn der Blick auf Neues und Geschichtli-ches. Sein Großvater Moses Mendelssohn und dessen Schüler und Forscher Alexander von Humboldt – eng mit der Mendelssohn-Dynastie verbunden – sind seine Vorbilder, wenn er in der Vergangenheit forschend „Stoff“ für musikalische Ideen sucht. Er ver-schlingt CPE Bachs „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“, studiert Sulzers „Theorie der schönen Künste“ und weiß, was ETA Hoffmann über neue Musik schreibt. Unübertroffen als Vorbild ist für ihn Johann Sebastian Bach. Unermüdlich wie ein Detektiv will er alles über dessen Zeit und Familie wissen. Die Auseinandersetzung mit der „Matthäus-Passion“ lässt ihn nicht los, nachdem er sie 1829 neuzeitlich erstaufgeführt hat. Illustre Gäste sind bei diesem musikalischen Großereignis Friedrich Hegel, Heinrich Heine, Friedrich Schleiermacher, Rahel Varnhagen, Gaspare Spontini, Niccolò Paganini und Mitglieder des Königshauses. Einer fehlt: Humboldt! Der durchstreift gerade Sibirien und verpasst die Geburtsstunde stetig wachsender Bach-Renaissance.

Mehrfach fügt Felix leicht veränderte Takte aus der „Matthäus-Passion“ in seinen „Paulus“ ein, der wie eine Oper daherkommt. So, als wolle er die Behauptung widerlegen, „Oper“ könne er nicht. Ob „Paulus" unter seiner Leitung wie eine Oper klang? Vieles, was aus seiner Arbeit mit Orchestern und Chören überliefert ist, spricht dafür, denn atemberaubend und bühnenreif ist jedenfalls die Lebensgeschichte des rüden Saulus, der schließlich zum empathischen Paulus wird.

Konzert ohne Pause. Veranstaltungsende ca. 22:15 Uhr.

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